Dyspraxie bei Kindern und Erwachsenen: Ursachen, Symptome und Präventionsmethoden

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Dyspraxie ist eine Entwicklungsstörung, die das Planen und koordinierte Ausführen von Bewegungen erschwert. Bei Kindern kann sie sich durch Ungeschicklichkeit, eine verzögerte motorische Entwicklung sowie Schwierigkeiten beim Schreiben oder Anziehen zeigen. Bei Erwachsenen kann sie die Arbeit, das Autofahren, die räumliche Orientierung und die Organisation alltäglicher Aufgaben beeinträchtigen.

Die Intelligenz wird durch Dyspraxie nicht beeinflusst. Ohne geeignete Unterstützung kann die Störung jedoch das Selbstvertrauen mindern, schulische Leistungen erschweren und dazu führen, dass Betroffene sportliche oder soziale Aktivitäten meiden.

Dyspraxie bei Kindern und Erwachsenen: Ursachen, Symptome und Präventionsmethoden - Ortek

Was ist Dyspraxie?

Dyspraxie wird auch als Entwicklungsstörung der motorischen Koordination bezeichnet. Der betroffene Mensch weiß, welche Bewegung er ausführen möchte, kann sie aber nicht immer präzise, flüssig oder in der richtigen Reihenfolge umsetzen.

Es handelt sich nicht nur um gewöhnliche Ungeschicklichkeit. Eine solche Koordinations- und Entwicklungsstörung ist langfristig und kann verschiedene alltägliche Tätigkeiten beeinträchtigen:

  • Gehen, Laufen, Springen und Fahrradfahren;
  • Fangen, Werfen oder Treten eines Balls;
  • Zeichnen, Schreiben und Schneiden;
  • Benutzen von Besteck;
  • Schließen von Knöpfen und Binden von Schnürsenkeln;
  • Organisieren schulischer oder beruflicher Aufgaben.

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Zu den möglichen Ursachen der Dyspraxie gehören eine veränderte Entwicklung des Nervensystems, eine erbliche Veranlagung, eine Frühgeburt oder ein niedriges Geburtsgewicht.

Nach der Untersuchung empfiehlt ein Facharzt oder Therapeut geeignete Unterstützungsmaßnahmen. Dazu können Physiotherapie, Ergotherapie und das regelmäßige Üben konkreter Bewegungsabläufe gehören. Die Übungen sollten stets an das Alter und die Fähigkeiten des Kindes angepasst werden.

Ergänzend zu einem empfohlenen Bewegungsprogramm können orthopädische sensorik matten eingesetzt werden. Sie ermöglichen das Üben von langsamem Gehen, Gleichgewicht, Gewichtsverlagerung und der Wahrnehmung unterschiedlicher Oberflächen. Solche Hilfsmittel ersetzen jedoch keine individuell zusammengestellte Therapie.

Arten der Dyspraxie und ihre Erscheinungsformen

Dyspraxie kann verschiedene Bereiche der Bewegung und Koordination betreffen. Bei einer Person können gleichzeitig mehrere Arten motorischer Schwierigkeiten auftreten.

Dyspraxie der Grobmotorik

Die Grobmotorik umfasst Bewegungen des gesamten Körpers, die beim Gehen, Laufen, Springen und Halten des Gleichgewichts erforderlich sind.

Typische Anzeichen sind:

  • häufiges Stolpern und Hinfallen;
  • unsicheres oder unkoordiniertes Gehen;
  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen;
  • Probleme beim Fangen oder Treten eines Balls;
  • schnelle Ermüdung bei körperlicher Aktivität;
  • Vermeidung sportlicher Aktivitäten.

Ein unsicherer Gang muss nicht immer auf Dyspraxie hinweisen. Auch orthopädische Probleme, Muskelschwäche oder neurologische Erkrankungen können eine Koordinationsstörung verursachen. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden ist daher eine fachärztliche Untersuchung notwendig.
Für ein sicheres Gleichgewichtstraining kann zu Hause ein einfacher sensorischer Parcours aus Matten von Ortek aufgebaut werden. Unterschiedliche Oberflächen geben den Füßen abwechslungsreiche Reize und unterstützen die Kontrolle des Auftretens, die Stabilität und die Gewichtsverlagerung.

Dyspraxie der Feinmotorik

Die Feinmotorik umfasst präzise Bewegungen der Finger, Hände und Handgelenke. Sie wird beim Schreiben, Zeichnen, Anziehen und Benutzen von Besteck benötigt.

Eine feinmotorische Störung kann sich folgendermaßen äußern:

  • langsames oder schwer lesbares Schreiben;
  • zu starker oder zu schwacher Druck auf den Stift;
  • Schwierigkeiten beim Schneiden mit einer Schere;
  • häufiges Fallenlassen von Gegenständen;
  • Probleme beim Schließen von Knöpfen;
  • eingeschränkte Hand-Auge-Koordination.

Das Kind kann die Aufgabe verstehen, benötigt für die Ausführung jedoch mehr Konzentration und Energie. Dadurch ermüdet es schneller und vermeidet möglicherweise das Schreiben, Zeichnen oder Basteln.
Mosaike, Bausteine, Knete, Fädelspiele und anderes didaktisches spielzeug können die Feinmotorik fördern. Es ist sinnvoll, mit einfachen Aufgaben zu beginnen und den Schwierigkeitsgrad schrittweise zu erhöhen.

Schwierigkeiten bei der Bewegungsplanung

Manche Kinder können einzelne Bewegungen ausführen, haben aber Schwierigkeiten, mehrere Schritte in der richtigen Reihenfolge miteinander zu verbinden. Dies zeigt sich beispielsweise beim Anziehen, Zähneputzen, Packen der Schultasche oder Befolgen mehrteiliger Anweisungen.
Komplexe Aufgaben sollten in kurze Schritte unterteilt werden. Anstelle der Aufforderung „Zieh dich an“ kann man beispielsweise sagen: „Nimm dein T-Shirt. Suche die Öffnung für den Kopf. Stecke zuerst einen Arm und danach den anderen hinein.“ Auch Bildanleitungen können hilfreich sein.

Dyspraxie bei Erwachsenen

Dyspraxie kann bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Betroffene können Schwierigkeiten mit der räumlichen Orientierung, handwerklichen Tätigkeiten, dem Erlernen neuer Arbeitsabläufe oder dem Zeitmanagement haben.
Hilfreich sind Checklisten, elektronische Erinnerungen, schriftliche Anweisungen und die Aufteilung umfangreicher Aufgaben in kleinere, überschaubare Schritte.

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Symptome der Dyspraxie

Symptome der Dyspraxie - Ortek

Die Symptome der Dyspraxie unterscheiden sich je nach Alter und Ausprägung der Störung. Typische motorische Entwicklungsstörung-Symptome sind:

  • verzögerte Entwicklung motorischer Fähigkeiten;
  • Ungeschicklichkeit und Gleichgewichtsprobleme;
  • häufiges Stolpern oder Anstoßen an Gegenstände;
  • Schwierigkeiten beim Erlernen neuer Bewegungen;
  • langsames und anstrengendes Schreiben;
  • Probleme mit der räumlichen Orientierung;
  • schnelle Ermüdung bei Bewegungsaufgaben;
  • Schwierigkeiten bei der Planung und Organisation.

Ein Kind kann unaufmerksam wirken, weil es einen großen Teil seiner Konzentration für die Ausführung der Bewegung benötigt. Wenn es sich beispielsweise stark auf die Stifthaltung konzentriert, bleibt weniger Aufmerksamkeit für den Inhalt oder die Rechtschreibung.

Dyspraxie und ADHS sind unterschiedliche neurologische Entwicklungsstörungen, können jedoch gemeinsam auftreten. Bei ADHS stehen Aufmerksamkeit, Impulsivität und Aktivitätsregulation im Vordergrund. Bei Dyspraxie betreffen die Hauptprobleme die Planung und Koordination von Bewegungen.

Treten beide Störungen gemeinsam auf, benötigt das Kind kurze und verständliche Anweisungen, einen geregelten Tagesablauf und ausreichend Zeit zur Erledigung seiner Aufgaben. Weitere praktische Empfehlungen finden Sie im Artikel ADHS bei Kindern: Ursachen, Symptome und Behandlungen ohne Medikamente.

Wie kann Dyspraxie vorgebeugt werden?

Einer entwicklungsbedingten Dyspraxie kann nicht vollständig vorgebeugt werden, da sie häufig mit der angeborenen Entwicklung des Nervensystems zusammenhängt. Frühzeitige Unterstützung kann jedoch helfen, Folgeprobleme wie eine schlechte körperliche Kondition, vermindertes Selbstvertrauen und die dauerhafte Vermeidung von Bewegung zu verhindern.

Zur Unterstützung der motorischen Entwicklung wird empfohlen:

  • die motorische Entwicklung des Kindes zu beobachten;
  • deutliche Abweichungen frühzeitig untersuchen zu lassen;
  • benötigte Fähigkeiten regelmäßig zu üben;
  • komplexe Aufgaben in kleinere Schritte aufzuteilen;
  • Bewegung ohne Leistungsdruck zu fördern;
  • mit Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten zusammenzuarbeiten.

Gehen über einen sensorischen Parcours

  1. Legen Sie mehrere Matten mit unterschiedlichen Oberflächen auf den Boden.
  2. Das Kind geht langsam von einem Element zum nächsten.
  3. Auf jeder Oberfläche bleibt es einige Sekunden stehen.
  4. Es versucht, mit dem gesamten Fuß aufzutreten und das Gleichgewicht zu halten.

Die Übung sollte drei bis fünf Minuten dauern. Sie unterstützt die Stabilität, die Kontrolle des Auftretens und die Wahrnehmung der Fußposition.

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Gewichtsverlagerung

  1. Das Kind stellt sich mit den Füßen etwa hüftbreit hin.
  2. Es verlagert sein Gewicht langsam auf das rechte Bein.
  3. Anschließend kehrt es zur Mitte zurück und wiederholt die Bewegung auf der linken Seite.
  4. Beide Füße bleiben während der gesamten Übung auf dem Boden.

Führen Sie acht bis zehn Wiederholungen pro Seite durch. Die Übung fördert das Gleichgewicht und die Kontrolle über den Körper.

Überkreuzbewegungen

  1. Das Kind steht oder sitzt mit geradem Rücken.
  2. Mit der rechten Hand berührt es das linke Knie.
  3. Anschließend berührt es mit der linken Hand das rechte Knie.
  4. Die Bewegungen werden langsam und abwechselnd ausgeführt.

Empfohlen werden zehn Wiederholungen pro Seite. Die Übung fördert die Zusammenarbeit der rechten und linken Körperhälfte. Zur Abwechslung können ein weicher Ball oder anderes altersgerechtes fitnesszubehör verwendet werden.

Die Übungen sollten kurz, regelmäßig und an die Fähigkeiten des Kindes angepasst sein. Wenige Minuten tägliches Training sind meist sinnvoller als eine lange und anstrengende Einheit einmal pro Woche.

Dyspraxie ist eine langfristige Koordinationsstörung, die Bewegung, Selbstständigkeit, Lernen und Arbeit beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige Diagnose, fachliche Unterstützung und regelmäßiges Üben helfen, die Auswirkungen auf den Alltag zu reduzieren. Wichtig ist, dass das Kind in seinem eigenen Tempo vorgehen und regelmäßig Erfolgserlebnisse sammeln kann.

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